Saisoneröffnung der Frauen: Bergfried Leverkusen erwartet Alemannia Aachen

Saisoneröffnung der Frauen: Bergfried Leverkusen erwartet Alemannia Aachen

Das Glück kam nicht unverdient, aber doch unverhofft. „Wir sind da irgendwie reingerutscht. Es war nicht unser Plan, jetzt schon aufzusteigen“, sagt Trainer Sebastian Finster über die Erfolgsgeschichte, die er mit dem SV Bergfried Leverkusen geschrieben hat. Diese Geschichte hat seinen Verein in die Frauen-Mittelrheinliga geführt und die Tür geöffnet für ein weiteres Highlight nach dem Aufstieg: Das Team bestreitet am Freitag, 12. September, 20 Uhr, mit der Begegnung gegen den Regionalliga-Absteiger Alemannia Aachen die offizielle Saisoneröffnung der Frauen am Mittelrhein (Kunstrasenplatz Höfer Weg 20, Leverkusen). „Das ist eine tolle Sache für uns. Wir nehmen diesen besonderen Tag gerne mit, das ist ein Highlight und eine Chance, Bergfried Leverkusen als Standort für Frauenfußball noch präsenter zu machen und zu zeigen, dass hier etwas passiert“, erklärt der SV-Coach.

„Der SV Bergfried Leverkusen hat nach einigen Jahren in der Landesliga den Aufstieg in die Mittelrheinliga in einem fulminanten Saisonendspurt geschafft. Diese Euphorie und Motivation war auch der Bewerbung direkt zu entnehmen, weshalb sich der Verbandsausschuss für Frauenfußball für die Leverkusenerinnen als Ausrichterinnen der Frauen-Saisoneröffnung entschieden hat. Wir werden auf ein motiviertes Team – auf und neben dem Platz – treffen“, ist sich Emilie Schmidt, Vorsitzende des Verbandsausschusses für Frauenfußball, sicher.

Ein Gegner mit Anziehungskraft

Am Gelingen dieses Abends hat auch Finster keinen Zweifel. „Mit Alemannia Aachen kommt eine Mannschaft mit einem großen Namen zu uns. Das entfaltet sicherlich eine gewisse Anziehungskraft“, meint der 42-Jährige. Man begegne der Alemannia mit Respekt, „aber Angst haben wir nicht“. Warum auch, mag man da fragen. Bergfried Leverkusen eilte im vergangenen halben Jahr von Erfolg zu Erfolg. Aus dem Tabellenfünften der Hinrunde wurde der Überflieger der Rückrunde. Am drittletzten Spieltag siegte das Team dann nach einem fairen, aber emotionalen Match mit 1:0 beim ärgsten Rivalen SV Eintracht Hohkeppel und war von da an nicht mehr zu überholen. „Die Mädels haben eine tolle Entwicklung hingelegt und einen starken Willen bewiesen“, lobt Finster seine Mannschaft, die mit dem Aufstieg in bislang unbekannte Sphären vorstieß.

„So hochklassig haben wir noch nie gespielt“, bringt es Finster auf den Punkt. Er ist Teil des Höhenflugs. 2024 wurde er vom Torwarttrainer zum Chefcoach. An seiner Seite stehen mit Co-Trainer Mohamed Lacfer und Donovan Daum als Torwarttrainer verlässliche Begleiter. „Wir sind ein gutes Trio. Die Zusammenarbeit hat super funktioniert“, betont der 42-Jährige, der seinen Verein gut aufgestellt sieht. Bei den Juniorinnen sind alle Altersklassen besetzt, zuletzt wurde zudem eine zweite Frauen-Mannschaft gemeldet. Auch ist es den Verantwortlichen gelungen, das Aufstiegsteam zusammenzuhalten. Dazu zählen Neele Albrecht, die auf der Sechserposition spielt und Stürmerin Diyana Helou, die beide auf Erfahrung aus höheren Ligen zurückgreifen können. Eine wichtige Rolle nehmen aber auch Maria Elzer als Kapitänin und Abwehrchefin, Lisa Schumacher im defensiven Mittelfeld, Innenverteidigerin Rebecca Runte und Linksaußen Celine Weick ein.

Gökhan Demirci will die Alemannia zurück in die Regionalliga führen

„Auch die Neuen haben sich toll eingefügt“, sagt Finster mit Blick auf Mareike Löhr, Lisa Barnat (beide SC West) und Julia Chochollek (FC Schalke 04). Insgesamt lebe man vom guten Teamgeist, meint der Coach, der zum Saisonstart lediglich auf die verletzte Sarah-Marie Schneider verzichten muss. Das Ziel ist damit klar: Ein guter Saisonstart soll zur Basis werden, um so schnell wie möglich den Klassenerhalt perfekt zu machen. „Wenn uns das gelingt, wäre es eine kleine Sensation“, so Finster.

Andere Ziele verfolgt man in Aachen. Kein Wunder, die Alemannia zählt seit Jahren zu den ersten Adressen im Frauenfußball am Mittelrhein. Im vergangenen Jahrzehnt bestritt der Verein acht Spielzeiten in der Regionalliga, eine sogar in der Zweiten Liga. Den jüngsten Abstieg aus der dritthöchsten Klasse der Republik will man schnellstmöglich vergessen machen. „Es ist sehr wichtig, wieder aufzusteigen. In dieser Saison wollen wir auf jeden Fall oben mitspielen“, betont Gökhan Demirci, Trainer der Alemannia. Er hatte sein Engagement auf der Trainerbank eigentlich im Sommer 2024 beendet, kehrte dann aber nach wenigen Monaten und einem verkorksten Saisonstart des Teams noch während der Hinrunde zurück. Unter Demirci fand die Aachener Mannschaft wieder zurück zu Stabilität, doch die Hypothek des schwachen Starts wog letztlich zu schwer.

Auszeichnungen für die fairsten Frauenteams

Inzwischen geht der Blick wieder voraus. „Der Charakter der Mannschaft ist gut, alle wollen erfolgreich sein“, versprüht der Trainer Optimismus. Er kann vor der routinierten Torhüterin Michelle Düppengießer auf eine Mischung aus einigen etablierten Kräften wie Abwehrspielerin Lisa Thelen, Kapitänin und Mittelfeldakteurin Verena Keusgen und Hanna de Jongh, die ebenfalls im Zentrum spielt, sowie vielen Talenten zurückgreifen. Zum Auftakt jedoch muss Demirci improvisieren. „Es fehlen einige Stammspielerinnen, die noch verreist sind“, sagt er. Zu den Ausfällen zählen etwa die starke Offensivspielerin Lena Minartz, Jeanne Seibert und Keusgen.

Insbesondere Letztere werde der Mannschaft mit ihrer großen Erfahrung fehlen, betont der Alemannia-Coach. Dennoch wolle man alles in die Waagschale werfen. „Es wird ein schwieriger Start, aber es ist ein besonderes Spiel, das wir gewinnen wollen“, macht er mit Blick auf die Partie in Leverkusen klar. Im Rahmen der Frauen-Saisoneröffnung werden auch wieder die fairsten Frauen-Teams, die Gewinnerinnen im FVM-Fair-Play-Pokal der Frauen, der vergangenen Saison ausgezeichnet.

Ticketinfos

Tickets (Vollzahler 4,00 Euro €; ermäßigt für Rentner*innen, Schüler*innen und Studenten*innen 2,00 €) können bis zum Spielbeginn an der geöffneten Tageskasse erworben werden. 

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