Regeländerungen: Das sind die neuen Regeln zur Saison 2023/24

Regeländerungen: Das sind die neuen Regeln zur Saison 2023/24

Zum Start in die neue Saison brauchen sich die Aktiven am Mittelrhein nur auf eine Handvoll vorgenommener Regeländerungen einstellen. FVM-Verbandslehrwart Michael Beitzel stellt die für den Amateurbereich relevanten Regelanpassungen vor.


REGEL 3 – Spieler*innen

Wenn der Schiedsrichter / die Schiedsrichterin nach einer Torerzielung feststellt, dass sich zum Zeitpunkt der Torerzielung eine zusätzliche Person auf dem Spielfeld befand, musste er bislang das Tor aberkennen und das Spiel mit einem direkten Freistoß für die verteidigende Mannschaft fortsetzen, wenn es sich hierbei um einen Spieler / eine Spielerin, einen Auswechselspieler / eine Auswechselspielerin oder Teamoffiziellen (z.B. Trainer*in) des Teams handelte, welches das Tor erzielt hatte. Dies gilt jetzt nur noch, wenn diese Person dabei ins Spiel eingegriffen, z.B. gegnerische Spieler*innen bei der Abwehr gestört hat.


REGEL 7 – Dauer des Spiels

Der Torjubel wurde explizit als neuer Punkt für eine Nachspielzeit ins Regelheft aufgenommen. Gerade in einem Spiel, in dem viele Tore fallen, wird durch übertriebenen oder langanhaltenden Torjubel sehr viel Zeit vergeudet. Diesem Umstand soll zukünftig mehr Beachtung geschenkt werden. Es wird dann wahrscheinlich zu längeren Nachspielzeiten kommen.


REGEL 10 – Bestimmung des Spielausgangs

Hier erfolgte eine Präzisierung, dass nicht nur gegen Spieler*innen, sondern auch gegen Teamoffizielle ausgesprochene Ermahnungen oder Verwarnungen nicht auf das Elfmeterschießen übertragen werden.


REGEL 11 – Abseits

Bei der Abseitsauslegung geht es bei der Aufhebung einer Abseitsstellung seit einiger Zeit darum, ob ein „absichtliches Spielen des Balles in einer kontrollierten Art und Weise“ durch einen Spieler / eine Spielerin der verteidigenden Mannschaft vorliegt. Hier erfolgte eine Präzisierung durch die Beschreibung zusätzlicher Parameter:

  1. Der Ball legt eine gewisse Distanz zurück und der Spieler / die Spielerin hat klare Sicht auf den Ball;
  2. der Ball kommt in einer Geschwindigkeit, sodass der Ball auch zu „verarbeiten“ ist;
  3. der Ball geht in die zu erwartende Richtung, es ist kein Ping-Pong-Effekt zu erkennen;
  4. der Spieler / die Spielerin hat Zeit, seine Bewegungen zu koordinieren, das heißt, er ist weder in einer Sprung- noch Streckbewegung und versucht auch nicht mit letztem Einsatz, durch einen Spreizschritt den Ball zu bekommen.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass der Ball am Boden immer einfacher zu spielen ist als ein Ball in der Luft. Es bleibt zu hoffen, dass die aufgeführten Parameter die Beurteilung einer aktiven Abseitsstellung erleichtern und zu mehr Transparenz bei allen Beteiligten führen.


REGEL 12 – Fouls und sonstiges Fehlverhalten

Bekannt war bisher, dass eine Reduzierung der persönlichen Strafe bei einer Strafstoßentscheidung (z.B. von Rot auf Gelb) nur dann eintrat, wenn es sich bei dem Strafstoßvergehen um ein sog. „ballorientiertes“ Vergehen handelte. Durch die bisherige Formulierung „versucht, den Ball zu spielen“ war dies lediglich auf Situationen beschränkt, wo der Verteidiger versuchte, den Ball mit dem Fuß zu klären. Durch den neuen Zusatz „oder bei einem Zweikampf um den Ball“ kommen jetzt auch andere Spielweisen, wie z.B. heftigeres Rempeln als Möglichkeit für eine Reduzierung in Betracht. Unverändert bleibt jedoch die Voraussetzung, dass der Ball überhaupt vom Verteidiger / von der Verteidigerin gespielt werden kann. Weiterhin wurde klargestellt, dass der höchstrangige Trainer / die höchstrangige Trainerin in der „Technischen Zone“ nur dann für das Vergehen eines nicht feststellbaren Spielers / einer nicht feststellbaren Spielerin sanktioniert werden kann, wenn sich dieser Spieler / diese Spielerin auch in seinem Einflussbereich (Bereich der Auswechselbänke, der Coachingzone etc.) aufhält. Für ein Vergehen eines Akteurs / einer Akteurin, der / die sich an einer anderen Stelle auf oder neben dem Spielfeld ohne Einflussnahme des Trainers / der Trainerin aufhält, kann der höchstrangigste Trainer / die höchstrangige Trainerin hingegen nicht sanktioniert werden.


Regel 14 – Strafstoß

Dass der Torwart / die Torhüterin den Schützen / die Schützin nicht unsportlich ablenken darf, ist hinlänglich bekannt. Im neuen Text wird zudem darauf hingewiesen, dass der Torwart / die Torhüterin den Torpfosten, die Querlatte und das Tornetz nicht derart berühren darf, dass dadurch die Torlatte schwingt und der Schütze auf diese Weise irritiert wird.

 

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Bildquelle: GettyImages
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