Handicap-Fußball im FVM: Vielfältige Angebote für alle

Im Fußball-Verband Mittelrhein ist der Handicap-Fußball ein wichtiges Thema. Wir stellen Ihnen das vielfältige FVM-Angebot für Sportbegeisterte mit Beeinträchtigungen vor.

Handicap-Fußball im FVM: Vielfältige Angebote für alle

Inklusion wird im Fußball-Verband Mittelrhein groß geschrieben. Schon lange ist der Handicap-Fußball ein wichtiger Bestandteil des FVM. Unter der Organisation von Vizepräsidentin Johanna Sandvoß werden mehr und mehr Angebote für Menschen mit Behinderungen in den Spielbetrieb integriert. „Der Fußball ist für alle Menschen da, egal ob sie ein Handicap haben oder nicht. Unser Ziel ist es, dass Inklusion im Fußball zur Selbstverständlichkeit wird. Wir wünschen uns von unseren Vereinen, dass sie auf Menschen mit Behinderung zugehen und sie in ihr Vereinsleben integrieren. Bei der Umsetzung unterstützen wir sie zum Beispiel in Person von Hans Willy Zolper, der als Inklusionsbeauftragter des FVM jederzeit als Ansprechpartner für Vereine, Spieler und Eltern zur Verfügung steht“, betont Sandvoß.

Seit 2012 ist der langjährige FVM-Geschäftsführer Hans Willy Zolper Beauftragter des Behindertenfußballs im FVM. Der 71-Jährige kennt alle Facetten durch diverse Tätigkeiten, u.a. als Berater der Gold-Kraemer-Stiftung für das Projekt „Fußball-Leistungszentrum Frechen“. Zolper verfügt darüber hinaus über sehr gute Kontakte zu Organisationen, Institutionen und Personen aus Sport und Politik. Unter seiner Leitung hat der FVM die verschiedenen Aspekte des Handicap-Fußballs auf eine professionelle Ebene gehoben.

„Menschen mit Behinderung sind in der Fußballfamilie des FVM selbstverständlich willkommen. Wir sind glücklich darüber, dass wir uns auch in diesem Bereich stetig weiterentwickeln und so den Handicap-Fußball stärker in den Fokus stellen können“, sagt Zolper. „Das Feedback, das uns erreicht, motiviert uns und zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir freuen uns sehr, dass unsere Angebote so rege angenommen werden.“

Zolper betont allerdings, dass die Entwicklung im Handicap-Fußball noch ganz am Anfang stehe: „Als ich 2012 das Thema als Verantwortlicher übernommen habe, haben sich 20 Vereine im FVM im Behindertenfußball engagiert. Inzwischen sind es über 60 Klubs – mit steigender Tendenz. Allerdings ist natürlich noch immer deutlich Luft nach oben. Im FVM haben wir derzeit ungefähr 930 Vereine. Ich würde mich sehr freuen, wenn der eine oder andere ebenfalls in unser Thema einsteigen würde. Vor allem bei den größeren Klubs würde ich mir wünschen, dass sie den Schritt in diese Richtung wagen. Denn am Ende profitieren beide Seiten: Die behinderten Fußballer, die dann ihrer Leidenschaft nachgehen können und die Vereine, die neue Mitglieder gewinnen und ihr soziales Engagement stärken können.“

Die wichtigsten inklusiven Angebote im Fußball-Verband Mittelrhein stellen wir Ihnen hier vor:

FVM-Liga inklusiv

Seit 2018 hat der FVM eine Inklusionsliga in den Spielbetrieb aufgenommen. Derzeit gibt es zwei Wettbewerbe: Junioren U 17 und Senioren Ü 17. Teilnehmen können Mannschaften eines Vereins, der dem FVM angehört. Ein Team besteht aus sechs Feldspielern und einem Torwart. Das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Mindestens drei der Spieler, die auf dem Platz stehen, müssen allerdings einen Förderbedarf haben. Die Meisterschaft wird im Turniermodus ausgespielt. Im ersten Jahr gewann der SC Brück bei den Ü 17-Mannschaften den Titel, in der U 17-Konkurrenz setzte sich das Team von Tabalingo durch. An der Premierensaison 2018/2019 haben insgesamt 200 Spielerinnen und Spieler teilgenommen. „Das Interesse an unserer Inklusionsliga ist groß“, sagt FVM-Jugendbildungsreferent Oliver Zeppenfeld. Dabei gelte es zu berücksichtigen, dass die Inklusionsteams keine Sonderbehandlung wollten, sondern eine Liga und damit einen Wettbewerb, der dem gewohnten Regelspielbetrieb sehr nahekommt.

Weitere Informationen und Kontakt:
Jakob Wegener, Staffelleiter FVM-Liga inklusiv
jakob.wegener(at)fvm.de

FußballFreunde-Cup

Die inklusive Turnierserie soll Kindern und Jugendlichen mit und ohne Handicap gemeinsam das aktive Fußballspielen ermöglichen und den Behindertenfußball öffentlich sichtbarer machen. Neben dem FVM und anderen Landesverbänden gehören auch die DFB-Stiftung Sepp Herberger und die DFL-Stiftung zu den Ausrichtern sowie Bundesligisten, auf deren Anlage die Wettbewerbe ausgetragen werden. An den inklusiven Turnieren können Mannschaften aus Fußballvereinen, Schulen oder Fördereinrichtungen teilnehmen. Die Kinder und Jugendlichen sind zehn bis 15 Jahre alt. Die Anmeldung zu den Regionalturnieren erfolgt über die Inklusionsbeauftragten der DFB-Landesverbände. „Menschen mit Handicap engagieren sich bereits in vielfältigen Funktionen, egal ob als Spieler, Trainer, Schiedsrichter oder ehrenamtlicher Mitarbeiter, leidenschaftlich und mit voller Begeisterung im organisierten Fußballsport", erklärt Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer der DFB-Stiftung Sepp Herberger. „Im Rahmen der FußballFreunde-Cups sollen sich noch mehr Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung begegnen, sich kennen und verstehen lernen und gemeinsam einen abwechslungsreichen Tag verbringen."

Weitere Informationen und Kontakt:
Hans Willy Zolper, FVM-Inklusionsbeauftragter FVM
hans.willy.zolper(at)fussballfreunde.de

Blindenfußball

Der Blindenfußball in Deutschland hat in den vergangenen Jahren erfreulicherweise stetig mehr Anhänger gefunden. Das liegt auch daran, dass die 21 Landesverbände zusammen mit der DFB-Stiftung Sepp Herberger die Spieltage der Blindenfußball-Bundesliga auf zentralen Plätzen einiger deutscher Großstädte ausrichten. Das hat deutlich zur Förderung der Popularität des Blindenfußballs beigetragen. Aus dem Bereich des FVM ist der Polizeisportverein Köln als Spielgemeinschaft zusammen mit Viktoria Berlin vertreten. Meister im diesem Jahr wurden die Sportfreunde Blau-Gelb Blista Marburg. Beim Blindenfußball besteht eine Mannschaft aus vier Feldspielern und einem Torwart, der sehend ist und die Mannschaft dirigiert. Die Feldspieler müssen vollblind sein oder bei einem eventuell vorhandenen Sehrest diesen durch das Tragen von Dunkelbrillen ausgleichen. Alle Spieler tragen zu ihrer Sicherheit einen Kopfschutz. Der Ball ist schwerer und hat eine Rassel, damit die Spieler ihn über ihr Gehör orten können. In manchen Teams spielen Männer und Frauen zusammen.

Weitere Informationen:
https://www.blinden-fussball.de/

Mittelrhein-Meisterschaft der Werkstätten

Im kommenden Jahr soll es erstmals unter der Organisation des FVM eine Mittelrhein-Meisterschaft der Werkstätten für Menschen mit Behinderung geben. Der FVM-Beauftragte für Inklusion und Behindertenfußball Hans Willy Zolper ist gerade in der Abstimmungsphase mit den Kolleginnen und Kollegen der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (LAG WfbM), des Fußball-Verband Niederrhein (FVN) und des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW). Im Bereich des FVM könnten zwölf Werkstatt-Teams an einer solchen Meisterschaft teilnehmen, die in der Sportschule Hennef stattfinden soll. Der Sieger und der Zweitplatzierte nehmen dann – neben den Vertretern vom Niederrhein und Westfalen - an einer NRW-Meisterschaft teil, die unter der Federführung der LAG WfbM und des Westdeutschen Fußballverbands (WDFV) ausgetragen werden. Der NRW-Meister qualifiziert sich für die Deutsche Meisterschaft der Werkstätten, die alljährlich von der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behindere Menschen (BAG WfbM) und der DFB-Stiftung Sepp Herberger in der Sportschule Duisburg-Wedau durchgeführt wird. 2019 waren bei den Männern die Berliner Werkstätten (BWB) erfolgreich, bei den Frauen gewann Hephata Mönchengladbach.

Weitere Informationen und Kontakt:
Hans Willy Zolper, FVM-Inklusionsbeauftragter
hans.willy.zolper(at)fussballfreunde.de

Mehr zum Handicap-Fußball im FVM lesen Sie hier.

Foto: Sepp-Herberger-Stiftung/Carsten Kobow

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