Bitburger-Pokal: Alemannia Aachen zieht ins Finale ein

Bitburger-Pokal: Alemannia Aachen zieht ins Finale ein

Atemberaubende Kulisse: Im Halbfinale des Bitburger-Pokals sehen 5900 Zuschauer den 2:0-Sieg des Regionalligisten Alemannia Aachen beim Mittelrheinligisten 1. FC Düren.

Als seine Spieler wenige Minuten nach dem Abpfiff sangen, tanzten und sich von den zahlreichen mitgereisten Fans feiern ließen, machte auch bei Fuat Kilic die Anspannung purer Freude Platz. „Diesen Moment muss man genießen“, sagte der Trainer des Regionalligisten Alemannia Aachen, „der Sieg war verdient und es ist einfach fantastisch, wieder ins Finale eingezogen zu sein.“ Seine Elf hatte es tatsächlich geschafft. Sie hatte mit dem 2:0 (1:0) im Halbfinale beim Mittelrheinligisten 1. FC Düren die letzte Hürde auf dem Weg nach Bonn genommen. Im Endspiel des Bitburger-Pokals trifft die Alemannia dort am 25. Mai auf den Drittligisten Fortuna Köln. Es ist die Neuauflage des Endspiels von 2013, in dem die Kölner mit 2:1 die Oberhand behielten.

Trotz der Niederlage löst der Blick zurück schon jetzt Vorfreude aus. Alemannia-Spieler David Pütz macht da keine Ausnahme: „Ich war damals schon dabei. Dieses Spiel in Bonn macht einfach nur Bock. Wir sind mega-heiß darauf.“

Das große Spiel mussten sich Pütz und seine Mitspieler aber mit harter Arbeit auf der Dürener Westkampfbahn verdienen. Vor 5900 Zuschauern wehrte sich der Underdog aus der Mittelrheinliga äußerst tapfer. Und er tat das vor einer Kulisse, die nicht nur für Fußball-Romantiker ein Traum wahr. Dicht gedrängt standen Jung und Alt zu Tausenden auf den Wällen rund um den Platz und sorgten für eine Szenerie, die viele nur von Bildern aus früheren Jahrzehnten kennen dürften.

Die Partie passte zum Rahmen. Es ging munter los. Aachens Manuel Glowacz prüfte den Dürener Keeper Kevin Jackmuth bereits nach wenigen Sekunden mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Der Torhüter löste die Aufgabe jedoch souverän.

Zwar hatten die Gäste etwas mehr vom Spiel, doch auch Düren kam zu Möglichkeiten. Yunus Kocak scheiterte an Alemannia-Schlussmann Daniel Zeaiter (6.) und kurz darauf verfehlte Daniel Bleja nur knapp das Aachener Tor. Mit zunehmender Spieldauer fühlte sich der vermeintliche Außenseiter ganz offensichtlich immer wohler in diesem Match. „Kompliment an meine Mannschaft. Sie hat ihre Aufgabe super angenommen“, fand auch der Coach des 1. FC, Frank Rombey. Sein Team kam zu zahlreichen Eckbällen und einigen guten Offensivaktionen. Klare Torchancen blieben aber rar. Das galt auch für Aachen. Zwar blitzte immer wieder die individuelle Qualität der Spieler von Coach Fuat Kilic auf, zwingend wollte es aber nicht werden. Nachdem auch der Dürener Nico Schröteler bei seinem schönen Freistoß in Zeaiter seinen Meister gefunden hatte (44.), ging es torlos und mit sattem Applaus für die Gastgeber in die Pause.

Nach dem Wechsel drehte Aachen auf. Präsent, wach und mit deutlich mehr Tempo wurde Düren nun unter Druck gesetzt. „Wir haben den Gegner richtig eingeschnürt“, fand Pütz. Nach 54 Spielminuten fiel schließlich der Führungstreffer: Robin Garnier schloss sein Dribbling mit einem Schuss ab, Torhüter Jackmuth ließ den Ball nach vorne abprallen und Blendi Idrizi bugsierte das Spielgerät aus kurzer Distanz über die Linie. Acht Minuten später tanzte dann Dimitry Imbongo Boele einen doppelten Tanz. Erst drehte er sich um seinen Gegenspieler und schoss den Ball sehenswert zum 2:0 unter die Latte, ehe er an der Eckfahne einen eleganten Jubel folgen ließ.

Düren hatte dem Aachener Angriffswirbel nun nur noch ab und an etwas entgegenzusetzen. Aachen hingegen kam zu einigen Torchancen. „Wir hätten nachlegen müssen“, meinte auch Kilic. Wirklich zittern musste er aber nicht mehr. Für ihn endete die Begegnung mit jeder Menge Umarmungen und Gratulationen. So ähnlich ging es auch seinem Pendant im Dürener Dress, dem viel Anerkennung zuteil wurde. So machte auch Rombey schnell seinen Frieden mit diesem atemberaubenden Pokal-Spiel zwischen Rur und Bahnlinie: „Es war ein toller Nachmittag. Wir nehmen auf jeden Fall viel Positives mit.“

1.FC Düren: Jackmuth, Ebisu, Wiersberg, Becker, Kocak, Schröteler, Simon, Steltzner, Kurzke (60. Nießen), Fichtl (48. Behr), Bleja (72. Dreyer).

Alemannia Aachen: Zeaiter, Heinze, Pütz, Bösing (89. Temür), Batarilo-Cerdic, Glowacz (78. Boesen), Fiedler, Garnier, Idrizi, Hackenberg, Imbongo Boele.

Tore: 0:1 Idrizi (54.), 0:2 Boele (62.).

Zuschauer: 5900.
 
Alemannia Aachen folgte Fortuna Köln ins Endspiel des Bitburger-Pokals. Der Drittligist hatte im ersten Halbfinale vor acht Tagen einen 2:0-Sieg nach Verlängerung beim Mittelrheinliga-Spitzenreiter FC Wegberg-Beeck gefeiert. Das Finale des Bitburger-Pokals steigt am Samstag, 25. Mai, im Bonner Sportpark Nord. Dieses Endspiel ist Bestandteil des vierten Finaltags der Amateure, bei dem 42 Mannschaften in 21 Endspielen die Gewinner der Landespokale und damit die Teilnehmer am DFB-Pokal ermitteln. Die ARD überträgt alle Partien in einer großen Livekonferenz über den Tag verteilt. Die Landespokal-Konferenz beginnt bereits um 10.30 Uhr mit den ersten vier Endspielen. Die weiteren Begegnungen werden um 14.15 Uhr und 16.15 Uhr angepfiffen. Die Entscheidung über die genaue Verteilung dieser Partien wird in den kommenden Tagen getroffen.

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